// Interview Katherine Collins //

Vorname Kathrin

Nachname (Künstername): Fuhrmann (Katherine Collins)

Geburtsdatum: 13.03.1980

Ort: Castrop-Rauxel (wohne aber nahe Dortmund)

Hobbys: Lesen, Handarbeiten, Star Trek

Beruf: Chemielaborantin/Schreiben

Liebe Katherine, in Zeiten von Corona: Wie geht es dir aktuell?

Was für eine schwierige Frage. Generell geht es mir gut schließlich bin ich gesund und habe auch keine bekannten Fälle von an Covid-19 positiv getesteten Erkrankten in meinem Familien und Bekanntenkreis. Allerdings leide ich seit Jahren an einer schweren Depression, wodurch die Beschränkungen manchmal hart zu ertragen sind. Ich will nicht jammern, schließlich trifft die Situation jeden auf ganz persönliche Weise hart, aber ich habe mich in diesem Jahr auf ganz viel persönlichen Kontakt mit meinen Lesern eingestellt und wäre bei fast allen Messen dabei gewesen. Außerdem stand meine lang ersehnte Recherchereise an: sechs Wochen Schottland. Tja, nun sieht es aus, als könnten wir nicht einmal die Collins-Familie zu Weihnachten besuchen. Meine Kinder tragen es mit Fassung, auch wenn man ihnen anmerkt, dass die Situation sie ebenfalls nervt.

Auf meine Arbeit bezogen war die Situation ebenfalls ein harter Dämpfer. Ich startete hochmotiviert und voller Tatkraft ins Jahr 2020 und in den Lockdown-Monaten habe ich einen tiefen Hänger gehabt. Ich konnte nicht arbeiten, obwohl die Situation fast perfekt war (Fast, weil ich eben doch noch zur Lehrerin wurde. Ich habe Lehramt studiert und halte mich für fit, Chemie und Mathematik zu unterrichten, trotzdem nimmt es Zeit und Energie weg. Was sicher jedes Elternteil bestätigen kann.). Die Lockerungen im Sommer haben mich zum Glück aus meinem Tief herausgeholt und ich denke, dass ich den Winter-Lockdown, an den ich fest glaube, gut überstehen werde. Ich hoffe nur, dass es möglichst wenig Tote gibt, ob nun an Covid oder aus anderen leider zu aktuellen Gründen. Gerade bei so einer weltweiten Katastrophe sollten die Menschen doch zusammenhalten und sich unterstützen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Habe ich schon mal von meiner Super-Star-Barbie erzählt? Ich habe ihr Songtexte geschrieben. Um es ganz peinlich zu machen, die Song-Grundlage war: „I´ve been looking for freedom“. Leider haben meine Notizen nicht überlebt, aber bei der Erinnerung habe ich gleich wieder einen Ohrwurm. 🙂

In der Realschule habe ich dann Gedichte verfasst und mit meiner (späteren) Schwägerin eine fiktive Briefkorrespondenz begonnen, in der wir uns erzählt haben, was wir mit unseren imaginären Boygroup-Boyfriends alles erlebt hatten. Mit vierzehn/fünfzehn schrieb ich dann meine erste Liebesgeschichte über einen Mord in der Musikindustrie. Ich habe mir die Nacht um die Ohren geschlagen, um die Story bei einem Freund meines Bruders abzutippen. Das waren noch Zeiten, in denen nicht jede Familie mindestens einen Computer bei sich stehen hatte!

Die erste Geschichte, die schließlich veröffentlicht wurde, begann ich mit siebzehn. Ich hatte gerade meine Ausbildung begonnen und langweilte mich im Labor. Oh ja, ich weiß. Ich hätte mich besser mit der Arbeit beschäftigt 😉 So jedoch schrieb ich die Rohfassung von „Schatten deiner Liebe“, den ich 2018 (zwanzig Jahre nach seiner Entstehung) überarbeitete und 2019 veröffentlichte.

Nach der Ausbildung holte ich mein Abitur nach, begann mein Studium und lernte meinen späteren Mann kennen. Kinder folgten … Aber mit der Geburt meiner Großen im Jahr 2007 wurde der Drang wieder größer, die Geschichten, die in meinem Kopf herumspukten, aufzuschreiben. Mein Debüt erfolgte 2014 beim Latos-Verlag mit „Verzeih mir, mein Herz!“. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, nicht zu schreiben und frage mich rückblickend, wie ich all die Jahre ohne zurechtgekommen bin …

Welches Buch möchtest du bei der OBM vorstellen? Warum gerade dieses Buch, falls es eins ist.

Ich habe mir den Kopf zerbrochen, welches Buch ich vorstellen soll und bin daran fast zerbrochen. Aktuell ist eigentlich „Verbotene Küsse unterm Mistelzweig“ mein Winter-Love Shot, aber da die Onlinemesse mit dem Autorenforum zusammenarbeitet und ich mich noch nicht um eine Listung meiner SP-Titel kümmern konnte, wollte ich einen Verlagsveröffentlichung nehmen. „Heiße Küsse und eine neuen Kulisse“ ist im September erschienen, also auch noch taufrisch und eine Zusammenarbeit mit meiner wundervollen Kollegin Bettina Kiraly. Die Gay-Romance ist die Fortführung von „Heiße Küsse und ein Schottenrock“ aus dem Jahr 2019, aber beide Romane sind sehr gut einzeln zu lesen.

Der Roman liegt mir am Herzen, weil ich Coproduktionen so faszinierend finde. Mit Bettina zu schreiben, motiviert mich und beflügelt auch meine Kreativität. Der Austausch ist mir wichtig und man ist gezwungen, die Story abzuklopfen. Angus und Patricks Liebesgeschichte hat zudem mehrere Ebenen und in der Fortsetzung konnten wir den Figuren mehr Tiefe geben, ohne die Handlung zu langweilig werden zu lassen. Mein Angus gehört zu meinen Lieblingsprotagonisten, da er weichherzig und gelassen ist, aber auch zerrissen und unsicher. Ich leide jedes Mal mit, wenn Patrick mit ihm Schluss macht, und freue mich über jeden Schritt, den er in Richtung Abgrenzung geht. Er zeigt, dass man auch als Erwachsener stetig dazulernt und der Weg zu sich selbst eben ein langer und steiniger ist.

Im Gegenzug dazu ist „Verbotene Küsse unterm Mistelzweig“ eine leichte, süße Geschichte über das Verlieben und geschwisterliche Rivalität.

Welche Botschaften verstecken sich in deinen Büchern?

Meine Charaktere wachsen. Sie starten mit einem Fehler und arbeiten an sich. Angus ist zum Beispiel aus seinem Elternhaus geflohen und versteckt sich auf Garbh vor seiner übermächtigen Mutter, dem spottenden Cousin und der Schuld am Ende seiner Ehe. Im ersten Teil nimmt er an, dass er sich nicht vor sich selbst verstecken kann und er nicht nur dem Wort nach offen zu seinen Gefühlen stehen muss, sondern sie auch als Wahrheit in sein Herz aufnehmen muss. Er ist schwul, und das ist eben auch gut so. Er hilft sich selbst, indem er Patrick hilft, mit seinen Gefühlen klarzukommen. Im zweiten Teil stellt er sich nun seiner Familie. Er erkämpft sich seinen rechtmäßigen Platz und unterstützt seinen Liebsten dabei, den seinen zu finden.

Alice in „Verbotene Küsse unterm Mistelzweig“ ist die pflichtbewusste Tochter und Schwester und verschwendet gar keinen Gedanken daran, einen Mann zu heiraten, für den sie auch Gefühle hat, bis ihr die Familie des Duke of Kent die Augen öffnet. Leider ist es da bereits ziemlich spät, um noch auf ein positives Ende zu hoffen. Alice ist eigentlich tatkräftig und versteht ihre kleine weinerliche Schwester gar nicht. Sie lernt eine neue Seite an sich kennen und springt schließlich über ihren Schatten, um zu bekommen, was sie sich wünscht: Den Mann, den sie liebt.

Meine Protagonisten haben immer eine Wandlung zu durchlaufen. Bei mir ist der Weg das Ziel.

Welcher der Charakter / Protagonisten Im Buch

Mein Lieblingscharakter in „Heiße Küsse und eine neuen Kulisse“ ist nach wie vor Angus. Ich stehe voll zu ihm und liebe es, ihn durch sein Umfeld besser kennenzulernen. Er muss dieses Mal sehr hart sein, was ihm gar nicht liegt, aber manchmal ist es nötig, sich von Dingen zu trennen, die einem nicht guttun – oder eben von Personen.

In „Verbotene Küsse unterm Mistelzweig“ fällt mir die Einordnung schwerer. Die Geschichte ist Teil meiner Familiensagen und damit habe ich lauter Figuren in ihr, die meine Leser bereits aus meinen anderen Büchern kennen. Es ist praktisch ein Weihnachtsfest meiner Charaktere. Ich liebe viele von ihnen und mich festzulegen, fällt mir schwer. Lennart mag ich, weil er zurückhaltend und weise ist, trotz seiner jungen Jahre. Jonathan ist feurig und lustig. Ich denke, deshalb hat Loreley es auch so schwer, sich zwischen den Beiden zu entscheiden … (Oh ja, eine völlig andere Geschichte!) Ich tendiere aber zu Jonathan Cavendish. Ich muss ihn einfach überall einbringen, wo er zeitlich auch nur irgendwie passt. Der arme Kerl hat eine ziemliche Agenda in seiner eigenen Geschichte muss ich auf so viele Details achten, weil er praktisch jeden kennt und auf jeder Party war, die während seiner Lebzeit abgehalten wurde – selbst wenn er erst fünfzehn ist und seine große Schwester vom flirten abhalten muss. Verflixt, jetzt will ich seine Geschichte endlich veröffentlichen! Dumm, dass er Nummer fünf einer Reihe ist, aus der erst zwei Romane beendet wurden 🙂

Welches ist dein Nicht Lieblingscharakter in deinem Buch

Patrick. Nein, das ist jetzt böse. In „Heiße Küsse und eine neue Kulisse“ ist Cousin Cornish wohl mein am wenigsten gemochter Charakter, obwohl er sich den Platz hart mit seiner Tante, Angus Mutter, erkämpfen musste. Er ist überheblich, schwulenfeindlich und zu gern bereit, anderen Menschen wehzutun.

In „Verbotene Küsse unterm Mistelzweig“ ist es Ainsley. Obwohl mir Mathilde wahnsinnig auf den Keks geht, muss der Platz dem egoistischen, brutalen Kerl gelten, der sich auch noch rühmt, alles für die Liebe und seine Liebste zu tun. Allerdings wäre ich bereit, seine Reputation wieder aufzupolieren und ihn zu einer Hauptfigur zu machen, bei Mathilde hätte ich mehr Probleme, denn einen ganzen Roman durchzujammern, schaffe ich bestimmt nicht 🙂

Sind weitere Buchprojekte geplant?

Ja. Ich führe ein Ideenbuch (Eigentlich bin ich bei Buch 5) und auch eine nette Liste mit meinen Projekten. Es stehen über hundert Einträge darin. Bei bisher fünfunddreißig Veröffentlichungen, kann man sich denken, dass ich noch einiges zu tun habe.

Ich habe gerade meinen Weihnachtsroman für das kommende Jahr abgeschlossen, leider wird es nun zu knapp, um ihn noch dieses Jahr zu veröffentlichen und ich habe mich im Schreibprozess leider ablenken lassen, um mal eben mit meiner Kollegin Bettina Kiraly eine weitere Gayromance zu schreiben, die mit Sicherheit ebenfalls im nächsten Jahr zu lesen sein wird. Mein neues Projekt führt mich wieder nach Cherryoak Falls, meiner Buchreihe mit bereits genanntem Lieblingsschreibbuddy. Mein sexy Firefighter hängt mir bereits mahnend im Nacken, um mir seine Geschichte zu diktieren.

Ich habe außerdem zwei Schottlandromane in der Schublade und warte auf die Rückmeldung meines Verlags, und einen historischen Liebesroman, der Anfang des Jahres im SP rauskommen soll.

Damit wäre 2021 auch schon abgegrast, wie beängstigend! Auf meiner Schreibliste steht ein Krimi, ein Jugendroman, fünf halbfertige historische Liebesromane und einen Historischen, für den ich aber noch recherchieren muss. Zwischendrin bleibt immer nur zu hoffen, dass mir keine weiteren Ideen kommen, die mal eben schnell vorgezogen werden müssen …

Was ist deine Ziele ?

Ich möchte unterhalten und in Ruhe und Frieden leben und arbeiten können. Ich habe nicht die Ambition, die nächste J.K. Rowling zu sein, auch wenn das meiner Großen gefallen würde. Solange es Menschen gibt, die mögen, was ich schreibe, genügt mir das durchaus.

Allerdings habe ich schon noch Ziele:

Ich möchte bei Bastei Lübbe, Blanvalet und Heyne veröffentlichen (Ullstein habe ich ja schon 😉 ) und verfilmt werden.

Ich möchte in einem Cottage an der britischen Küste wohnen und mich nur noch um meine Projekte kümmern.

Das alles in den nächsten zehn Jahren wäre doch Bombe oder? :))

Welche ist deine Lieblingsgeschichte? Und warum?

Sprechen wir von meinen Geschichten? Oh je!

Ich glaube „Meldoie der Hoffnung“. Die Geschichte ist ellenlang und eher eine Lebensgeschichte, als eine Liebesgeschichte. Frances und Jonathan machen es sich gegenseitig nicht gerade einfach und es war sehr schwierig, sie zusammenzubringen. Trotzdem mag ich die Geschichte sehr. Sie ist praktisch die Mutterstory zu einem Haufen Nachkommen, schließlich verkuppel ich ständig deren Kinder und Freunde und andere Verwandte.

Jonathan und Frances haben ihre Macken, die bestimmt schon mal nerven, aber sie sind eben auch nur Menschen. Sie lernen, machen Fehler und müssen mit den Konsequenzen leben. Es passiert sehr viel und die Beiden durchlaufen eine Reihe an Situationen, die sie zusammenschweißen und trennen. Vielleicht sehe ich auch einen Teil von mir in Frances.

Bei welchem Buch hast du lange gebraucht, um fertig zu schreiben.

„Schatten deiner Liebe“ Hatte die längste Zeit zwischen angefangen zu Schreiben und Tag der Veröffentlichung bisher, aber es dümpeln noch ein paar Geschichten in der Schreibtischschublade herum, die ich begonnen, aber noch nicht beendet habe. Ich habe mir vorgenommen, nun jedes Jahr ein bis zwei dieser Geschichten aus ihrem Dunkeldasein zu befreien und endlich zu beenden. Leider drängen sich immer neue Ideen dazwischen, deswegen wird es für dieses Jahr schon knapp. Aber vielleicht lässt sich eine der Geschichten zu einem Love Shot ändern, dann fehlt nur noch der Schluss und die Überarbeitung. Ja, jetzt habe ich schon wieder eine Idee …

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