// Interview mit Katherine Collins 2 //

Ich zitiere „In jedem ihrer Werke, ob Fantasy, Science fiction oder historischen Roman, spielt die Liebe eine zentrale Rolle.„ ist Liebe für dich wichtig in deinen Büchern?

Ich schreibe Liebesromane, daher ist die Liebe für mich sehr wichtig. Allerdings ist mir die Realität ebenfalls sehr wichtig und ich mag keine Erwartungen wecken, die kein lebendiger Kerl je erfüllen könnte. Deswegen sind meine Protas immer sehr echt, sehr fehlerbehaftet und schwächelnd. Im Charakter! Körperlich stelle ich sie schon etwas zu hübsch da. Aber Geschmack ist da ja eh unterschiedlich.

Ich finde, dass in der Liebe Akzeptanz eine wichtige Rolle spielt und den Unterschied ausmacht, ob man jemanden wirklich liebt. Nachsicht, Sorge, Mitgefühl … Sex ist da eher Genretypisch und wird einfach erwartet. Ich schweife auch hin und wieder ab. In „Ein Schotte zum Küssen“ habe ich die Liebe zur Familie in den Vordergrund geschoben, obwohl es natürlich einen männlichen Loveinterst gab. In „Der Fluch von Abbington Hall“ geht es um die Liebe zweier Schwestern zueinander. Oder auch schon mal um Selbstliebe, die Liebe zu seinen Kindern, den Eltern, den engen Freunden … oder zu einem Getränk. Ich glaube, man sollte die Kaffeeliebe nicht herunterspielen 😉 Liebe ist eben ein sehr wichtiger Bestandteil in unser aller Leben und das ist gut so! Make LOVE, don’t hate!

Was hast du gelernt und arbeitest du noch in dem Bereich.

Ich bin gelernte Chemielaborantin und habe auf Chemie und Mathematik Lehramt studiert. Ich habe meine Profession aber an den Nagel gehängt, als ich mich am Tiefpunkt meiner Depression befand, um mich erst einmal um mich und meine Familie zu kümmern. Ich habe, als es abzusehen war, dass aus meinem Sommerurlaub nichts wird, einen Job im Einzelhandel angenommen, um die armen Leute zu unterstützen, die schaffen müssen, ganz gleich, wie die Lage der Nation steht. Zur Zeit konzentriere ich mich noch auf meine vollständige Gesundung, dann möchte ich zumindest in Teilzeit wieder in meinen Job einsteigen, den ich tatsächlich liebe. 😉

Was sind deine Lieblingsbücher?

In meinem Schrank stehen historische Liebesromane; Krimis, sowohl zeitgenössisch, wie auch historisch; Thriller; Horrorgeschichten und Sience Fiction. Hier jedoch nur noch Star Trek, obwohl ich da in meiner Jugend liberaler war. Außerdem habe ich jede Menge alter Schinken von Mann, Schiller, Goethe, Fontane, Shakespears, Sagen, Weisen und Fachbücher über Forensik …

Momentan sind die meistgenutzten die Fachbücher.

Welche Lieblingsgenre hast du?

Alles, was in meinem Schrank steht. Zur Zeit lese ich aber meist die Geschichten meiner Kollegen. Bei jedem Flug kaufe ich mir gewöhnlich eine Lektüre, aber in diesem Jahr kam ich ja zu nichts.

Sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben bevorzuge ich es, frei zu sein. Was ich nicht mag, ist Esotherik in Romanen und meine letzte Biographie hat mir auch für den Rest meines Lebens gereicht.

Wie alt warst Du, als du dein erstes Buch veröffentlicht hast?

Ich war vierunddreißig. Alt. Es zeigt, dass man sich nicht entmutigen lassen sollte. Weder von sich selbst mit dem Gedanken, man sei nicht gut genug, noch von anderen, die einen Kleinhalten wollen, oder keine Chance geben.

Jemand der schreibt, hat bestimmt viele kreative Ideen. Aber manchmal hat man den Faden verloren oder die Ideen fallen einem nicht ein. Wie handhabst du es? Wie machst du, das deine kreative Ader voll da ist?

Ich schreibe mir meine Ideen meistens auf, damit ich sie eben nicht vergesse. Trotzdem verändert das die Geschichte natürlich. Wenn du eine Szene im Kopf hast und nur die Grundzüge aufschreibst, ist sie anders, als wenn du dich gleich dran setzt und sie richtig schreibst. Aber so ein Roman schreibt sich eben nicht über Nacht. Man vergiss Details, Beweggründe, den lustigen Part der Situation … das lässt sich nicht verhindern.

Ich setze mich da nicht unter Druck. Auch wenn die Motivation an einer Story schwindet schreibe ich entweder weiter, bis sie wieder da ist, oder lege die Geschichte zur Seite. Das war auch ein Lernprozess von Hobbyautorin zur Berufsautorin. Früher legte ich die Sachen schnell zur Seite, wenn es schwierig wurde. Das war kein großes Problem, da ich auch parallel an drei Geschichten schreiben konnte, die mal in unterschiedlichen Settings oder Zeiten spielten und mal nicht. Jede Figur hat ihre unvergleichlichen Charakterzüge, die ich gleich wieder aufgreifen kann, spätestens nach der Review ist mir die Person wieder geläufig, also kann ich überall unterbrechen und auch wieder rein finden. Natürlich ändert sich in den Jahren einiges und die alte Idee muss neu ausstaffiert werden.

Wenn ich stocke, dann gebe ich mir Zeit, um über das Problem nachzudenken. Nicht aktiv, dafür nutze ich mein Unterbewusstsein. Hier ist ein Plotfehler, wie bügel ich den aus, ohne die ganze Story neu aufsetzen zu müssen? Ablenkung hilft da immer. Mit den Kindern spielen, backen, saunieren, baden, aufräumen oder einfach ins Bett gehen. Mein Unterbewusstsein knabbert an dem Problem und schickt mir irgendwann eine Lösung. Natürlich kann man auch sein Umfeld aktivieren. Ich bin Teil der Romance Alliance, einer Vereinigung von Liebesromanautorinnen, wenn ich eine Frage in den Chat stelle, wird er aus allen Seiten beleuchtet und ich kann mir das herausziehen, was mir hilft.

Generell weiß ich für mich, dass ich nichts erzwingen kann. Während des Lockdowns hatte ich eine Phase, in der ich kaum schreiben konnte. Ich war zu aufgekratzt und konnte mich nicht konzentrieren. In der Zeit habe ich mich auf andere Dinge gestürzt. Homeschooling, wo bekomme ich Toilettenpapier her … Es lässt sich eben nicht erzwingen und es tut niemanden gut, sich ohne guten Grund Stress zu machen. Ich hatte keine Verpflichtungen, keine Deadlines, also konnte ich die Zeit mit anderen Dingen vertrödeln. Das ist gut so und half mir, meinen kreativen Akku wieder aufzuladen, damit ich das Jahr gut beenden kann.

Gibt es eine bestimmte Uhrzeit / ort in dem du schreibst .

Tja. Generell kann ich fast überall schreiben. Als meine Kinder noch kleiner waren, fuhr ich mit ihnen zu diesen Indoorspielhallen. Sie tobten herum und ich saß da mit meinem Laptop und habe gearbeitet. Der Geräuschpegel war schauderhaft, der Kaffee Lieblingsziel aller Fliegen im Umkreis, um sich dort zu ertränken … Aber es hat wundervoll funktioniert. Ob am Flughafen, Spielplatz oder beim vierzigsten meines Bruders, ich kann überall Schreiben.

Dann wiederum kann mich ein tropfender Wasserhahn im Nebenzimmer völlig aus meiner Konzentration reißen …

Ich mag es zudem Komfortabel. Mein Schreibtisch ist zwar gut bestückt, aber ein wirklich unbequemer Ort zum Arbeiten. Ich schreibe lieber auf der Couch. Meine produktivste Zeit ist die Nacht, leider kollidieren hier unsere Lebensweisen: Die Kinder müssen früh raus, und ich gehe spät ins Bett. Leider ist auch meine Umgebung nicht nachteulenaffin, daher schreibe ich meist am Nachmittag und Abend.

Hörst du neben dem schreiben Musik=

Ich höre keine Musik. Das einzige, was mich wirklich ablenkt, ist in der Regel Musik. Hin und wieder mache ich was an, aber es stört. Lustigerweise kann ich durchaus Filme schauen, während ich schreibe. Aber es muss deutsch sein. Englischsprachige Filme rauben mir auch die Konzentration. Was schaue ich? Horrorfilme 😉

Aber während ich an Cherryoak Falls Band 1 saß, habe ich mich mit Feuerwehrgeschichten voll gedröhnt. Ist die neue Staffel eigentlich schon raus? Gut, dass ich schon auf der Couch sitze und direkt nach Cherryoaks abtauchen werde 😉

Möchtest Du noch was deinem Fans / Leser eine Botschaft überbringen?

Lasst euch nicht stressen und bleibt gesund! Es kommen auch wieder bessere Zeiten, Messen, persönliche Kontakte und feuchtfröhliche Nächte mit gerade erst gefundenen Freunden 😉

Und vielen Dank für das kurzfristige Interview!

Vielen Dank für das nette Interview, Ich wünsche dir von Herzen Alles Gute dieser Welt und viel Erfolg mit deinen Büchern. Licht und Liebe an Dich und an alle, die das hier auf meinem Blog lesen.

Website: https://kathecollins.wordpress.com/

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